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Häufige Fragen zur MPU

Was ist eine MPU?

Die medizinisch-psychologische Untersuchung ist ein Fahreignungsgutachten. Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet sie an, wenn Zweifel bestehen, ob jemand sicher am Straßenverkehr teilnehmen kann. Die Untersuchung findet in einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle statt und besteht aus drei Teilen: einer medizinischen Untersuchung mit Befunden und Laborwerten, einem Leistungstest zu Reaktion, Konzentration und Aufmerksamkeit sowie einem psychologischen Gespräch. Das Gutachten beantwortet die Fragestellung, die die Behörde formuliert hat. Entschieden wird über die Fahrerlaubnis nicht in der Begutachtungsstelle, sondern anschließend von der Behörde.

[PRÜFEN]Quelle: §§ 11–14 FeV, Anlage 4a FeV

Was kostet eine MPU?

Die Kosten setzen sich aus mehreren Blöcken zusammen: der Gebühr der Begutachtungsstelle, die sich nach der Fragestellung richtet und für Alkohol, Drogen, Punkte oder Straftaten unterschiedlich ausfällt; den Kosten für Abstinenznachweise, wenn sie gefordert sind; den Kosten einer Vorbereitung oder verkehrspsychologischen Beratung; und den Gebühren der Fahrerlaubnisbehörde für Anordnung und Neuerteilung. Die Gebührensätze der Begutachtung sind in der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr geregelt und werden regelmäßig angepasst. Aktuelle Beträge nennen dir die Begutachtungsstelle und deine Fahrerlaubnisbehörde verbindlich.

[PRÜFEN]Quelle: GebOSt (Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr), Anlage – Gebührennummern für Fahreignungsbegutachtung

Wie lange dauert die Vorbereitung?

Das hängt fast vollständig davon ab, ob Abstinenznachweise verlangt werden. Ohne geforderte Nachweise bestimmt allein die eigene Aufarbeitung das Tempo, oft einige Wochen bis wenige Monate. Werden Nachweise gefordert, richtet sich die Dauer nach dem geforderten Abstinenzzeitraum, der je nach Vorgeschichte üblicherweise sechs oder zwölf Monate beträgt; dieser Zeitraum lässt sich nicht abkürzen. Plane zusätzlich Zeit für die Terminvergabe bei der Begutachtungsstelle und für die Bearbeitung durch die Behörde ein. Wer zu früh einen Termin nimmt, riskiert ein negatives Gutachten.

[PRÜFEN]Quelle: Beurteilungskriterien – Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung (DGVP/DGVM), CTU-Kriterien

Brauche ich Abstinenznachweise?

Nicht in jedem Fall. Ob Nachweise nötig sind, ergibt sich aus der Fragestellung der Behörde und aus deiner Vorgeschichte. Bei Drogen und bei Hinweisen auf Alkoholabhängigkeit ist ein belegter Abstinenzzeitraum in der Regel Voraussetzung. Bei einmaligem Alkoholverstoß ohne weitere Auffälligkeiten kann stattdessen ein nachvollziehbar verändertes, kontrolliertes Trinkverhalten ausreichen. Nachweise sind nur verwertbar, wenn sie aus einem Programm einer geeigneten Stelle stammen, die Identität kontrolliert wird und der Zeitraum lückenlos belegt ist. Kläre die Anforderungen, bevor du ein Programm beginnst.

[PRÜFEN]Quelle: §§ 13, 14 FeV, Anlage 4 FeV; Beurteilungskriterien (DGVP/DGVM), CTU-Kriterien

Was fragt der Gutachter?

Das psychologische Gespräch folgt keiner Fangfragen-Logik, sondern einem roten Faden: Wie kam es zu dem Vorfall, wie sah das Konsum- oder Fahrverhalten davor aus, was war der Auslöser, was hat sich seitdem konkret geändert und warum ist diese Veränderung stabil. Dazu kommen Fragen zu Rückfallvorsorge und zu Situationen, in denen es künftig eng werden könnte. Der Gutachter gleicht deine Angaben mit der Aktenlage, den Laborwerten und dem Leistungstest ab. Widersprüche zwischen Aussage und Akte wiegen schwerer als eine ehrlich eingeräumte Vorgeschichte.

[PRÜFEN]Quelle: Beurteilungskriterien – Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung (DGVP/DGVM), Hypothesen und Indikatoren

Kann ich die MPU vermeiden?

Manchmal ja. Eine Anordnung muss rechtmäßig sein: Sie braucht eine konkrete, auf deinen Fall bezogene Fragestellung und eine tragfähige Grundlage. Ob die Voraussetzungen vorliegen, lässt sich rechtlich prüfen, etwa bei Punkteständen, bei Tilgungsfristen im Fahreignungsregister oder bei Grenzwerten. Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle: Wer schon im Straf- oder Bußgeldverfahren gut vorbereitet auftritt, kann die Ausgangslage verbessern. Was nicht funktioniert, sind abgekürzte Wege ohne Nachweise oder Gutachten aus dem Ausland. Lass die Anordnung im Zweifel von einem Fachanwalt für Verkehrsrecht prüfen.

[PRÜFEN]Quelle: §§ 11–14 FeV, § 29 StVG (Tilgungsfristen), § 2a StVG

Was ist der Unterschied zwischen Fahrverbot und Entziehung?

Ein Fahrverbot ist befristet. Die Fahrerlaubnis bleibt bestehen, der Führerschein wird nur für eine bestimmte Zeit — in der Regel ein bis drei Monate — in Verwahrung genommen und danach ohne weiteres Verfahren zurückgegeben. Die Entziehung der Fahrerlaubnis ist etwas anderes: Die Fahrerlaubnis erlischt vollständig. Danach ist eine Neuerteilung nötig, die neu beantragt und von der Behörde geprüft wird; dabei kann eine MPU verlangt werden. Ordnet ein Gericht zusätzlich eine Sperrfrist an, darf vor deren Ablauf keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden.

[PRÜFEN]Quelle: § 25 StVG, § 44 StGB (Fahrverbot); § 3 StVG, §§ 69, 69a StGB (Entziehung und Sperrfrist)

MPU-Expertin Natascha Schlienz in Reutlingen
Angepinnt
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Administrator

@administrator · Willkommen

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